Ein besonderes Projekt führte zehn Schülerinnen und Schüler Johanneums gemeinsam mit den Lehrkräften Kersten Stemmer und Jessica Hartwig nach Nordspanien: Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „El Camino de la Cultura“ reisten sieben Mädchen und drei Jungen vom 05. bis 11. Mai 2026 in die asturische Küstenstadt Gijón. Teilnehmen konnten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10, die sich im zweiten Lernjahr der spanischen Sprache befinden. Der Projekttitel ist angelehnt an den berühmten „Camino de Santiago“ (Jakobsweg), der besonders den Norden Spaniens prägt; das spanische Wort „Camino“ bedeutet dabei nicht nur „Weg“, sondern steht sinnbildlich auch für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen. Für das Johanneum stellt dieser Schüleraustausch einen Meilenstein dar, da es sich um das erste Erasmus+-Projekt der Schulgeschichte handelt.
Möglich wurde die Reise durch eine Förderung im Rahmen eines Erasmus+-Kurzzeitprojekts. Diese Programme unterstützen Schulen dabei, internationale Partnerschaften aufzubauen und europäische Bildungsarbeit aktiv zu gestalten. Ziel ist es, jungen Menschen unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund interkulturelle Erfahrungen zu ermöglichen, Fremdsprachenkompetenzen zu fördern und europäische Zusammenarbeit erlebbar zu machen. Für das Johanneum eröffnet das Projekt damit neue Perspektiven für zukünftige Kooperationen und stärkt zugleich die internationale Ausrichtung der Schule.
Während des Aufenthalts erhielten die Teilnehmenden vielfältige Einblicke in die Kultur und Geschichte der Region Asturien. Neben dem Kennenlernen des spanischen Schul- und Familienalltags standen insbesondere kulturelle sowie umweltbezogene Themen im Mittelpunkt des Programms. Zudem spielte die Vertiefung der Sprachkenntnisse eine große Rolle.
Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch der Hauptstadt Oviedo. Dort besichtigte die Gruppe die berühmte Santa María del Naranco, eines der bekanntesten Wahrzeichen Asturiens. Das im 9. Jahrhundert erbaute Bauwerk zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt besonders durch seine außergewöhnliche Architektur und historische Bedeutung.

Auch das malerische Fischerdorf Cudillero hinterließ bleibende Eindrücke. Die farbenfrohen Häuser an den steilen Küstenhängen und der kleine Hafen vermittelten ein eindrucksvolles Bild der nordspanischen Küstenlandschaft. Einen deutlichen Kontrast dazu bildete der Besuch des Industriehafens sowie der Stadt Avilés. Dort setzte sich die Gruppe intensiv mit den umwelttechnischen Herausforderungen der Region auseinander. Besonders interessant war die Auseinandersetzung mit der Frage, wie eine stark industrialisierte Umgebung und zugleich eine außergewöhnlich artenreiche Flora und Fauna in Asturien nebeneinander bestehen können. Die Schülerinnen und Schüler gewannen dabei wertvolle Einblicke in Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltmanagement und den Umgang mit industriellen Belastungen.
Neben den offiziellen Programmpunkten spielte vor allem das Leben in den spanischen Gastfamilien eine zentrale Rolle. Dadurch erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, den spanischen Alltag unmittelbar mitzuerleben und kulturelle Unterschiede intensiv kennenzulernen. Besonders die anderen Tagesabläufe und Essgewohnheiten hinterließen einen bleibenden Eindruck: Späte Abendessen, lange gemeinsame Familienabende und das Zusammenleben in sehr kleinen Wohnungen unterscheiden sich sehr vom gewohnten Alltag in Deutschland. Gleichzeitig half das Leben in den Gastfamilien dabei, sprachliche Hemmungen abzubauen und die eigenen Spanischkenntnisse im Alltag anzuwenden. Aus anfänglicher Unsicherheit entwickelten sich schnell neue Freundschaften und zahlreiche unvergessliche Erfahrungen.
Der Austausch machte deutlich, welchen Wert internationale Begegnungen für junge Menschen besitzen. Das erste Erasmus+-Projekt des Johanneums erwies sich damit als voller Erfolg und als bedeutender Schritt hin zu einer noch stärkeren europäischen Vernetzung der Schule. Mit großer Vorfreude blickt das Johanneum nun auf den Gegenbesuch der spanischen Austauschgruppe, die bereits im Juni in Deutschland erwartet wird.
