Erziehungsvereinbarungen – gemeinsam hinterfragt und unterzeichnet

Die Erziehungsvereinbarungen des Johanneums zwischen den Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern machen deutlich, dass die Bildung und Erziehung der uns anvertrauten jungen Menschen ein gemeinsames Anliegen aller Beteiligten sind. Schüler, Eltern und Lehrer gehen eine Partnerschaft ein, alle bringen sich nach ihren Fähigkeiten in den Prozess ein und versichern dies auch mit ihrer Unterschrift zu Beginn ihrer Schulzeit zusammen mit ihren Eltern und den betreffenden Lehrern.

Daher bietet es sich an, diese Erziehungsvereinbarungen, die vor einigen Jahren in Gremien aus Schülern, Eltern und Lehrern jeweils für sich entstanden sind, gemeinsam unter die Lupe zu nehmen, wenn man als Schüler oder begleitende Eltern in das Schulleben am Johanneum eintritt.

Im Folgenden finden Sie einige Bilder eines Eltern-, Schüler-, Klassenlehrerfrühstücks, dass in eine interessante und engagierte Auseinandersetzung in kleinen Gruppen vor allem zwischen den Schülerinnen und Schülern der Sexta a und ihren Eltern und mündete. Nach gemeinsamer Lektüre der Vereinbarungen hakten die Schüler und auch die Eltern bei bestimmten Punkten ein und diskutierten gemeinsam, welche Aspekte sie besonders wichtig und wertvoll finden und welche ihnen Probleme bereiten, welche sie in ihrer Klasse umgesetzt sehen und welche noch einiger Anstrengungen bedürfen, damit sie Leben erhalten.

So konnten die Beteiligten unter Begleitung der Klassenlehrer sehen, dass allen an einer gelungenen Umsetzung der Vereinbarungen liegt und dass sich Lehrer, Eltern und Schüler gegenseitig in ihren Anliegen unterstützen, und zwar insbesondere dort, wo es noch hakt, wo noch Anstrengungen getätigt werden müssen, damit der Schulalltag gelingen kann.

 

 

Erziehungsvereinbarung zwischen Schülern, Eltern und Lehrern am Johanneum Wadersloh

 

Präambel 

Vor dem Hintergrund unseres Schulprogramms und unter konkretem Rückbezug auf die Satzung des Johanneums als katholische Schule in freier Trägerschaft mit franziskanischer Tradition haben Arbeitsgruppen von Lehrern, Eltern und Schülern diese Erziehungsvereinbarung erarbeitet. Sie soll helfen, ein Miteinander in Erziehungsfragen zwischen Schule und Elternhaus zu fördern und die Beziehungen zwischen Lehrern, Schülern und Eltern auf eine gemeinsame Basis zu stellen. Die „Franziskanischen Leitlinien“ mit ihrer Betonung der Hinwendung zum Anderen sowie der Bescheidenheit in der Lebensführung und der Verantwortung für die Wahrung der Schöpfung Gottes waren den Autoren dabei Leitfaden und Ansporn.

 

Diese Erziehungsvereinbarung will für Klarheit über Erziehungsziele sorgen und den sensiblen Umgang aller am Schulleben Beteiligten untereinander schaffen. Jede Lerngruppe kann gemeinsam notwendige Schwerpunkte bilden, die für sie wichtig sind. Das heißt, dass kein Abarbeiten aller Ziele eingefordert wird.

 

Wir wollen mit der Vereinbarung die pädagogische Arbeit am Johanneum mit der Erziehung im Elternhaus verknüpfen, damit wir eine lebendige und uns gegenseitig unterstützende Partnerschaft im Geiste des Heiligen Franziskus erreichen.

 

Wir wünschen allen an diesem Prozess beteiligten Menschen ein gutes Gelingen.

 

 

Hans-Jürgen Lang                                                          Herbert Gövert

Schulleiter                                                                     für den Schulträger

 

 

Lehrerteil

Wir sehen in jeder Schülerin und jedem Schüler eine wertvolle individuelle Persönlichkeit, die wir in ihren Stärken fördern und bei der Überwindung ihrer Schwächen wohlwollend ( konstruktiv) begleiten wollen.

 

Wir bieten den Schülern und Eltern unsere Hilfe an und begleiten sie mit konkreten Angeboten bei ihren Lernprozessen.

 

Wir Lehrerinnen und Lehrer nehmen unsere Schülerinnen und Schüler ernst. Wir hören zu, begleiten und beteiligen sie, wenn es möglich ist, an Entscheidungen. Unser Ziel ist es, sie für das Fach, die Inhalte und zur eigenen Leistungserweiterung zu motivieren.

 

Wir sorgen für Transparenz in der Unterrichtsplanung und Bewertung und zeigen den Schülerinnen und Schülern konkrete Wege auf, (um) sich zu verbessern. Wir informieren über die Erwartungshorizonte, Bewertungsgrundlagen und -kriterien.

 

Wir können konstruktive Kritik vertragen und fördern die offene Diskussion über Verbesserungsmöglichkeiten des Unterrichts.

 

Wir streben eine Atmosphäre des Vertrauens und der menschlichen Wärme an. Wir vermeiden daher verletzende Äußerungen und unsachgemäße Kritik. Konflikte werden offen, friedlich und argumentativ ausgetragen. Die Meinung der Gegenseite wird respektiert.

 

Wir pflegen eine Kultur des Hinsehens.

 

Pünktlichkeit, Ordnung und Höflichkeit haben für uns einen hohen Stellenwert. Deshalb achten wir auf die Einhaltung der Hausordnung und Regeln in der Schule und leben diese Tugenden als Vorbilder in innerer Haltung und äußerem Erscheinungsbild vor. 

 

Wir informieren die Eltern und erwachsenen Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig bei Auffälligkeiten oder Leistungsproblemen und suchen das Gespräch mit allen Beteiligten.

 
 
 

SCHÜLERTEIL

 
Wir lehnen jede Form von Gewalt ab, sowohl körperlicher als auch verbaler Art.

 

Jüngere und ältere Schüler sind grundsätzlich gleichberechtigt.

 
Wir respektieren das Eigentum anderer, auch das der Schule, und achten darauf, dass jeder diese Regel einhält.

 
Alle tragen zu einem guten Zusammenhalt in der Klasse/Jahrgangsstufe bei.

Jede/r sollte beraten, trösten, unterstützen und mitanfassen, wann immer es erforderlich ist.

 
Niemand darf von anderen zu Handlungen und Verhaltensweisen gedrängt werden, die er eigentlich ablehnt.

 
Jede/r Schüler/in ist für ihre/seine Leistung selbst verantwortlich.

 
Wir nehmen regelmäßig am Unterricht teil und führen das nötige Unterrichtsmaterial mit uns. Wir erledigen unsere Aufgaben in der Schule und zu Hause sorgfältig und vollständig und zeigen regelmäßiges Engagement im Unterricht unter Einhaltung der Verhaltens- und Gesprächsregeln.

 
Wir tragen gemeinsam Verantwortung für Sauberkeit und Umweltschutz in der Schule, indem wir uns bemühen, Müll zu vermeiden und anfallenden Müll sachgerecht  zu entsorgen.

 
Wir respektieren unsere Lehrer und behandeln sie so, wie wir es auch von ihnen erwarten.

 
Wir beziehen unsere Eltern in unsere Schullaufbahn mit ein und lassen sie durch die Weitergabe von Informationen und Gespräche an unserer schulischen Entwicklung teilhaben.

 

 

Elternteil

 

Wir Eltern nehmen unseren Erziehungsauftrag ernst und wollen:

  • geeignete Rahmenbedingungen für unsere Kinder schaffen

Wir wollen es unseren Kindern ermöglichen, sich körperlich und seelisch gesund zu entwickeln und erfolgreich am Unterricht teilzunehmen. Wir bemühen uns, für ausreichenden Schlaf, gesunde Ernährung, kontrollierten und entwicklungsgemäßen Fernseh- und Computerkonsum, sinnvolle und zeitlich angemessene Freizeitgestaltung sowie einen störungsfreien Lernort zu sorgen und sie vor zu früher und starker Beanspruchung durch Jobs zu schützen.

  • Vorbilder für unsere Kinder sein

Wir sind uns bewusst, dass unser eigenes Verhalten Vorbildfunktion für unsere Kinder hat. Das betrifft besonders die Bereiche Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Pflichtbewusstsein, Verhalten gegenüber anderen, Gemeinsinn, verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol, Nikotin und Medien.

  • unseren Kindern Werte vermitteln

Wir wollen sie so erziehen, dass sie erkennen, was Recht und Unrecht ist. Wir wollen sie anleiten, für sich und ihr eigenes Verhalten Verantwortung zu übernehmen sowie Lebensweisen zum verantwortungsbewussten Umgang mit Menschen, Dingen und der Natur zu entwickeln.

  • uns Zeit nehmen für die Bedürfnisse unserer Kinder

Wir wollen unser Interesse zeigen, Zeit haben für Gespräche, Verständnis für sie aufbringen und ihnen unsere Unterstützung geben. Wir wollen ihnen Vertrauen und Geborgenheit bieten.

Wir wollen die Interessen, Freundschaften und Fähigkeiten unserer Kinder in unsere eigene Lebensplanung mit einbeziehen und fördern, ohne überzogenen Leistungs- und Erwartungsdruck auszuüben. Zuwendung darf nicht von Zensuren abhängig gemacht werden.

  • unsere Kinder in ihrer Individualität akzeptieren

Wir wollen sie stärken und sie dazu ermutigen, zu ihren Entscheidungen und Handlungen zu stehen. Das schließt auch mit ein, dass wir uns bemühen, mit ihnen gemeinsam eine gewaltfreie Gesprächs- und Streitkultur zu entwickeln. Wir wollen sie ihrem Alter entsprechend zur Selbständigkeit erziehen und auf ihrem Weg der Selbständigkeit positiv begleiten.

  • unsere Kinder fördern

Wir wollen – gemeinsam mit der Schule – die Verantwortung für die Allgemeinbildung unserer Kinder übernehmen. (z. B. indem wir Interesse wecken für geeignete Lektüre, Zeitungslektüre, Nachrichtensendungen, sinnvolle Nutzung des Internets und für das gesellschaftliche und politische Geschehen). Wir wollen die Fähigkeit und Fertigkeiten unserer Kinder (an)erkennen und stärken und sie in ihrer Lebensplanung unterstützen.

  • mit allen an der Erziehung unserer Kinder Beteiligten zusammenarbeiten

Wir wissen, dass Erziehungsziele und ein erfolgreicher Schulbesuch nur zu verwirklichen sind, wenn wir mit allen eng zusammenarbeiten, die an der Erziehung unserer Kinder beteiligt sind.

 

Wir wollen unser Interesse an der Erziehung auch dadurch zum Ausdruck bringen, dass wir uns an der Schule engagieren, z. B. durch regelmäßige Teilnahme an schulischen Veranstaltungen.